12 Mittwoch, 21. Januar. – Dienstag, 27. Januar 2026 Blick in den Nahen Osten – Hintergrund Drohungen und Verlockungen von @ Jon Mundus (mundus@gipfel-zeitung.ch) Wird der Einfluss islamis- tischer Ideologien im Wes- ten zunehmen oder wird in nächster Zeit ein Haupts- ponsor von Terror und Chaos trocken gelegt? Für die Situ- ation der um Freiheit kämp- fenden Bevölkerung in Iran braucht es nicht nur mehr Aufmerksamkeit, sondern konkrete Hilfe. Der Mut der Menschen wurde mit bisher unterlassener Hilfestellung des Westens und einem sehr hohen Blutzoll durch Scher- gen des Regimes beantwortet. Das Ausmass des Massa- kers an den mutigen Frauen, Jugendlichen, Kindern und Männern ist nicht klar. Ob der Westen konkrete und wirksa- me Massnahmen gegen das Mörder-, Gauner- und Lüg- ner- Regime beschliesst, ist auch nicht klar, und ob der US-Präsident Schläge gegen das Regime befohlen hat, die noch geordnet vorbereitet werden müssen, oder ob er doch auf Verhandlungen setzt, ist vielleicht Teil seiner dis- ruptiven Art, Verwirrung zu erzeugen. Klar ist allerdings, dass zwischen 15.000 und 30.000 Menschen bei den Pro- testen niedergemäht, erschos- sen, erdolcht, verbrannt oder exekutiert wurden. Um die 300.000 Verletzte sind zu be- klagen. Viele sind in Haft, und wer aufmerksam die bishe- rigen Beiträge in der «Gipfel Zeitung» verfolgt, ahnt jetzt, was den Gefangenen droht. Im staatlichen Fernsehen wer- den Jugendliche vorgeführt, die erpresste oder erfolterte Geständnisse nachsprechen, dass sie von Feinden des Sys- tems angestiftet wurden und sie nicht wussten, was sie taten. Ein starker Kontrast zu den kraftvoll vorgetragenen Parolen, die in zahlreichen Videos aus dem Iran zu hören sind: «Nieder mit Chamenei», «nicht Libanon, nicht Paläs- Obere beide Reihen: Jugendliche, Frauen und Män- ner, die ihr Leben verloren haben. Untere Reihe: Abbas Araghchi, Ahmad-Reza Radan mit seinem Obersten Führer Chamenei, Ali Laridschani. tina, ich gebe mein Leben für Iran», «Chamenei, dein Ende ist eingeläutet», aber auch Parolen, die sich auf den Sohn des Schahs, Reza Pahlavi, beziehen. Verbrechen gegen Gott oder gegen die Menschlichkeit Während sich der Oberste Führer zumeist in unterirdi- schen Bunkeranlagen aufhält, erledigen seine Marschalle die Drecksarbeit. Chamenei gab das Signal zum Massaker an den Demonstrierenden in einer Ansprache. Darin bezeichne- te er die Protestierenden als Seditionisten (Bezeichnung für Gegner, die eine andere politische Meinung wie Cha- menei vertreten) und Moha- reb (Verbrechen gegen Gott), die von Israel und den USA angetrieben wurden, die hei- lige Ordnung der Islamischen Republik zu erschüttern. Er befahl volle Härte. Die Nieder- schlagung des Aufstandes der Menschen in Iran. In über 180 Orten des Landes koordinierte ein gewisser Ali Laridschani, dessen Kinder gut ausgebildet und gut situiert in Europa, Kanada und den USA leben. Er fungiert als Sekretär des Sicherheitsrats des Islamisti- schen Staates, der die Erhal- tung des Systems als oberste Priorität verfolgt. Polizeichef Ahmad-Reza Radan wandte sich im Nachgang an Teilneh- mer der Proteste und mahnte, sie müssten sich den Behörden stellen. Wer dieser Auffor- derung nachkomme, könne mit «erheblicher Nachsicht» rechnen. Radan bezeichnete die Demonstranten zwar als Randalierer, versuchte jedoch zugleich, einen versöhnlichen Ton gegenüber jüngeren Teil- nehmern anzuschlagen. In einer über staatliche Medien verbreiteten Erklärung sagte er, viele junge Menschen sei- en irregeleitet worden und dürften nicht als feindliche Soldaten betrachtet werden. Sie sollten sich innerhalb der gesetzten Frist melden, um von einem milderen Umgang zu profitieren. Damit ist nicht wirklich zu rechnen. Vergan- gene Erfahrungen zeigen, dass das Regime zwar bei manchen Milde zeigt, um den Anschein zu wahren, jedoch einen gross- en Teil doch hart bestraft. Es droht durch den unspezifi- schen Vorwurf des Mohareb sogar die Hinrichtung durch den Strang. Die Justiz in Iran agiert nicht frei und wird von den Geheimdiensten ange- wiesen. Das hat bereits zu sehr willkürlichen Urteilen geführt, die deutlich machen, dass der Staat sich Wege geschaffen hat, seine Gegner zu beseitigen. So wurde Milad Zohrevand am 23. November 2023 im Iran hingerichtet. Der junge Iraner aus Malayer war aufgrund sei- ner friedlichen Teilnahme an einem öffentlichen Protest fest- genommen worden. Er wurde fälschlicherweise beschuldigt, während der Proteste ein Mit- glied der iranischen Revolu- tionsgarde getötet zu haben. Diese haltlose Anschuldigung führte zu einem Todesurteil. Es wäre verwunderlich, wenn das Regime dieses Instrument in Zeiten wie diesen nicht mas- siv einsetzen würde. Araghchi aus Davos ausgeladen Letzten Dienstag hätte Abbas Araghchi, Aussenminister des islamistischen Staates, in Davos sprechen sollen. Es wäre für ihn eine willkomme- ne Gelegenheit gewesen, die übliche Jeremiade anzustim- men, dass Iran das Opfer israe- lischer und US-amerikanischer Aggression oder Begehrlich- keiten nach seinen Öl- und Gasvorräten sei, und dass der iranische Staat nichts ausser sich rechtmässig verteidigen würde. Doch dieses Narrativ nehmen ihm nur noch wenige ab. Er wurde aufgrund der Massaker an der Bevölkerung ausgeladen. Vielleicht woll- ten die Verantwortlichen des