16 Polit-Forum & Lesermeinungen Mittwoch, 9. September– Dienstag, 15. Sept. 2026 Rebekka Gadmer in den Kleinen Landrat Ich kenne Rebekka Gadmer nicht nur persönlich, sondern bin als Schulrätin der Berufsfachschule Davos in einer ähn- lichen Funktion tätig. Wir tauschen uns daher regelmässig aus, und dabei schätze ich die offene Kommunikation und ihre unkomplizierte, lösungsorientierte Denkweise sehr. Sie engagiert sich mit viel Herzblut und aus Überzeugung für unsere Schule und unsere Gemeinschaft. Rebekka Gadmer ist eine ehrliche Frau. Sie sagt, was sie denkt und scheut sich nicht, Verantwortung zu übernehmen. Gleichzeitig hört sie zu und strebt einen konstruktiven Dia- log an, wobei sie auch unterschiedliche Ansichten gelten und in die eigene Meinungsbildung einfliessen lässt. Sie ist gut vernetzt und informiert und kennt die Abläufe und Zuständigkeiten unserer Exekutive gut. Die verschiedenen beruflichen Tätigkeiten nebst dem Familienalltag unter einen Hut zu bringen, erfordern eine Mischung aus Organisation, Flexibilität, Erfahrung, gesundem Menschenverstand, Drive und einer Portion Pragmatismus. Abwarten und Tee trinken entsprechen nicht ihrer Arbeitsethik. Genau solche Menschen brauchen wir: Persönlichkeiten, die nicht nur reden, sondern auch handeln. Aus Überzeugung werde ich Rebekka Gadmer meine Stimme geben und empfehle sie auch Ihnen von Herzen zur Wahl. Leslie Ambühl, Davos Sertig Schweizerkreuz nur für CH Produkte: sgv lanciert Petition Swissness Der Schweizerische Gewerbeverband sgv startet seine «Swissness»-Petition und fordert den Bund auf, die seit März 2026 geltende Praxisänderung des Eidge nös si- schen Instituts für Geistiges Eigentum (IGE) rückgängig zu machen. Das Schweizerkreuz soll Produkten vorbe- halten bleiben, die tatsächlich in der Schweiz hergestellt werden. Damit schützt die Petition Kon su mentinnen und Konsumenten, stärkt die KMU und sichert Arbeitsplätze, Wertschöpfung und industrielles Know-how. Das Schweizerkreuz ist weit mehr als ein Logo. Es steht welt- weit für Qualität, Zuverlässigkeit, Know-how und «Swiss Made». Seit März 2026 ermöglicht eine Praxisänderung des IGE jedoch unter bestimmten Voraussetzungen, das Schweizerkreuz auch auf Produkten anzubringen, die im Ausland hergestellt werden. Dadurch droht die klare Verbindung zwischen dem Schweizer- kreuz und der Produktion in der Schweiz verloren zu gehen. Für den sgv schwächt diese Praxis den Wert von «Swiss Made». Sie benachteiligt jene Unternehmen, die in der Schweiz produzieren, hier investieren, Arbeitsplätze schaffen und höhe- re Produktionskosten tragen. Gleichzeitig erschwert sie den Schutz vor irreführenden Herkunftsangaben und begünstigt die Verlagerung von Produktionsschritten ins Ausland. Mit der Petition fordert der sgv den Bundesrat auf, dafür zu sorgen, dass die Praxisänderung rückgängig gemacht wird, und sicherzustellen, dass das Schweizerkreuz nur auf tatsächlich in der Schweiz hergestellten Produkten angebracht werden darf. Konsumentinnen und Konsumenten, das Gewerbe und die Schweizer KMU müssen vor einer irreführenden Verwendung des Schweizerkreuzes geschützt werden. Auch im Kanton Waadt stösst die neue Praxis auf heftigen Widerstand. Die Staatsrätin und Wirtschaftsministerin Isabelle Moret unterstützt daher die Einreichung der Petition des sgv und die Rückkehr zur bisherigen Regelung. In einem heute in der Zeitung «Le Temps» veröffentlichten Artikel erklärt sie: «Wir haben mit dem Schweizer Kreuz einen fantastischen Trumpf in der Hand, und diesen Trumpf verwässern wir!» Eine Stellung- nahme, die sich mit dem Argument von Urs Furrer, dem Direktor des sgv, deckt, der daran erinnert, dass «die Unternehmen und die Bevölkerung von den politischen Verantwortlichen erwarten, dass sie Lösungen vorschlagen, die die Schweizer Produktion stärken – und nicht, dass sie die Schweizer Besonderheit ver- wässern, den Industriestandort Schweiz schwächen und ein über mehrere Generationen erworbenes Know-how gefährden.» Komitee gegen das Stimmrechtsalter 16 gegründet jt. Ein breit abgestütztes Komitee unter dem Präsidi- um von Reto Rauch bekämpft die Senkung des Stimm- rechtsalters auf 16 Jahre. Dem Komitee gehören Bünd- nerinnen und Bündner aus allen Regionen und allen drei Kantonssprachen an. Die jüngsten Mitglieder sind 16 Jahre alt. Am 27. September entscheidet das Bündner Stimmvolk über die Teilrevision der Kantonsverfassung. Das Komitee vereint Menschen aus dem ganzen Kanton, allen Talschaften, Sprachregionen und Altersgruppen. Auch Jugend- liche, die von der Vorlage unmittelbar betroffen wären, setzen sich für ein Nein ein. «Wer mitentscheiden darf, soll auch antre- ten dürfen. Diese Vorlage gibt den Jugendlichen nur ein halbes Recht», sagt Komiteepräsident Reto Rauch. Ein Stimmrecht, das nur zur Hälfte gilt: Die Vorlage will das aktive Stimm- und Wahlrecht in kantonalen und kommunalen Angelegenheiten von 18 auf 16 Jahre senken. Das passive Wahlrecht bleibt bei 18. 16-Jährige dürften also wählen, aber nicht gewählt werden. Sie dürften eine Initiative oder ein Refe- rendum unterschreiben, einen Wahlvorschlag hingegen nicht. «So entsteht eine Kategorie von Stimmberechtigten zweiter Klasse», sagt Rauch. «Zahlreiche ihrer Anliegen, z.B. das Unter- schreiben eines Lehrvertrags, müssen weiterhin Erwachsene vertreten.» Rechte und Pflichten gehören zusammen: Mit 18 Jahren kom- men in der Schweiz die volle zivilrechtliche Handlungsfähigkeit, die Dienstpflicht, die Beurteilung nach Erwachsenenstrafrecht sowie Stimmrecht und Wählbarkeit zusammen. Das Komitee sieht darin keine Willkür, sondern eine tragende Ordnung. Wer über das Leben anderer mitentscheidet, soll die Folgen selber mittragen. Ein 16-Jähriger kann heute weder einen Mietvertrag noch einen Kredit allein unterzeichnen. Über kantonale Kredite in Millionenhöhe soll er künftig aber mitbestimmen. Zurückhaltung bei Regierung und Gemeinden: Auch die Regie- rung äussert sich in ihrer Botschaft zurückhaltend und bezeich- net das Stimmrechtsalter 16 als «nicht ganz unproblematisch». In der Vernehmlassung sprachen sich 10 Gemeindeexekutiven gegen die Vorlage aus, 8 befürworteten sie. Ausserhalb Grau- bündens hat das Stimmvolk das Stimmrechtsalter 16 in 8Kan- tonen an der Urne abgelehnt. Einzig Glarus kennt das Stimm- rechtsalter 16, dort entschied die Landsgemeinde. Respekt vor dem Engagement junger Menschen: Das Komi- tee betont, dass es nicht um die Fähigkeiten junger Menschen gehe. «Wir haben grossen Respekt vor allen, die sich mit 16 poli- tisch einbringen», sagt Rauch. «Dass in unserem Komitee auch 16-Jährige mitmachen, zeigt es deutlich: Hier geht es nicht um ein Misstrauen gegenüber der Jugend, sondern um eine Vorla- ge, die nicht zu Ende gedacht ist.»